Freitag, 28. September 2012

Erste Schritte in Australien


Nach langem Flug sind wir wohlbehalten und in Cairns angekommen, Ortszeit 17.45 Uhr. Danach ging´s gleich zum Hostel, sehr sympathisch, viele nette junge Leute. Abends kamen dann noch Karl-Heinz und Kristin, unsere australischen Freunde, und wir verbrachten bei Pizza und Bier einen netten Abend. Am nächsten Morgen war von Jetlag eigentlich nichts zu spüren, nach 9 Stunden Schlaf waren wir schon ziemlich angepasst. Also ging´s los, Cairns erkunden, erste Einkäufe tätigen (Kaffee, Milch, Frühstück!), auf die Bank gehen, Konto eröffnen. Am Nachmittag holten uns Karl-Heinz und Kristin ab, denn wir wollten das erste Auto sehen, das wir in Deutschland schon im Internet angeschaut hatten. War aber nicht die Liebe auf den ersten Blick, auch wenn es sehr ordentlich, sauber und mit allem, was man braucht, da stand. Wir baten um Bedenkzeit. Auf der Heimfahrt hielt Karl-Heinz plötzlich an, stieg aus und forderte den Kai auf: „Jetzt fährst du!“ Also: Erste Fahrstunde im Linksverkehr...... Das Auto ist noch ganz.
Abends drehte ich noch ein paar Runden im Swimmingpool des Hostels. Dabei fiel mein Blick auf einen Aushang: „Slide on Camper“ Nissan Navara for sale. Ich gab Kai einen Abriss-Zettel mit der Nummer, und nachdem wir uns schon eine australische Prepaid-Nummer zugelegt hatten, rief er gleich an. Der Gesprächspartner, James, sprach Deutsch mit österreichischem Akzent! Schnell war ein Besichtigungstermin für Freitag vereinbart. Danach fand sich noch eine nette Runde deutsche Backpacker im Hostel zusammen, die zum Teil ihr Jetlag mit etlichen Bieren auskurierten und ihre Erfahrungen und Erlebnisse austauschten. Wir ratschten noch ein bisschen.
Am Donnerstag holte uns Karl-Heinz bereits um 7.00 Uhr vorm Hostel ab zu einem Ausflug in die Atherton Tablelands. Er hatte 4 Gäste und somit in seinem Bus noch Platz für uns. Echte „Gurkentruppe“: Christina und Wolfgang aus Leipzig, Petra und Herbert aus Plauen. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen....

Karl-Heinz macht das ja professionell. Phantastisch! Besser kann man diese Ecke von Australien nicht kennen lernen und mehr Informationen über Land und Leute in sehr netter und kompetenter Art kann man nicht bekommen. Die Tour führte über die Zuckerrohrfelder bei Cairns in die Berge zum Kathedral-Fig mit ersten Einweisungen in die Besonderheiten des Regenwalds zu den Crater Lakes mit Scones und Kaffee (passt nicht ganz, ich weiß...) im traditionsreichen Lake Barrine Rainforest Tea House. Anschließend gab´s eine abenteuerliche Wanderung durch Regenwald-Trampelpfade und unter Wasserfällen hindurch. Erfrischt, weil etwas nass, ging´s zum Mittagessen: Reisauflauf mit Süßkartoffeln und hausgemachter Burger in einem historischen Bankhaus, das zur Wirtschaft umgebaut ist. Nebenan im Grand Hotel spürt man noch die Atmosphäre der Pionierzeit. Schön nostalgisch.

Weiter ging´s zum berühmten Milla Milla-Waterfall. Nun wollte uns karl-Heinz an einer Stelle, wo man sie eigentlich immer sehen kann, Schnabeltiere zeigen. Tiermäßig stand unser Ausflug jedoch nicht unbedingt unter einem guten Stern, wie ihr später noch lesen werdet. Nix Schnabeltiere. Also weiter: Landschaftswechsel, in 1300m über dem Meer grüne Wiesen, Hügellandschaft, Allgäuer Milchkühe, Nieselregen, kühl! Um das zu sehen sind wir so weit geflogen? Na ja, ist schon spannend, wenn man 10 Minuten vorher noch im tropischen Regenwald war!
Weiter ging´s durch fruchtbares Landwirtschaftsgebiet mit Bananen-, Kaffee-, Erdnuss- und was sonst noch exotisch ist- Plantagen ins „echte Outback“: Wir fuhren um eine Kurve, weg von der Teerstraße auf eine staubige Piste und waren plötzlich mitten in einem Gebiet mit Eukalyptusbäumen und Termitenhügeln, wie man sich Australien vorstellt. Nun schien auch wieder die Sonne und es war auch wieder ziemlich warm. Im Granite Gorge Nature Park mit seinen Granitfelsen, die an Sardinien erinnern, war nun endlich Gelegenheit, mit echten Australiern in Berührung zu kommen: Die kleinen Felsenkängurus haben schon auf die Haferflocken gewartet, die Karl-Heinz zum Füttern dabei hatte. Toll, wie zutraulich, ja direkt aufdringlich, die putzigen Tierchen sind. Allerdings konnten wir uns nicht zu lange aufhalten, denn Karl.Heinz wollte uns noch große Kängurus am Golfplatz von Mareeba zeigen. Nach kurzer Fahrt, es fing schon an zu dämmern, sahen wir grünen Rasen und ein paar Golfspieler, aber keine Kängurus. Weiter zum Friedhof – auch nix. Am Campingplatz? - Fehlanzeige. Die hatten heute leider keine Sprechstunde. Schade. Aber große Enttäuschung musste nicht aufkommen, denn nun überraschte uns Karl-Heinz mit einer Auswahl tropischer Früchte, die wir unter Sternenhimmel genossen. Nach kurzem Blick auf das Kreuz des Südens und Cairns bei Nacht kamen wir müde und beeindruckt durch die vielen neuen Eindrücke wieder im Hostel an. Gute Nacht.
Freitag Morgen: Wir mussten unser Zimmer räumen, denn wir hatten ja nur bis heute gebucht. Allerdings bot uns das „Phantastic Team“ des Hostels an, in ein Einbettzimmer umzuziehen. Na ja, für eine oder zwei Nächte, warum nicht? Also gut.
Nun also Treffpunkt mit James und dem Nissan. Er kam pünktlich in Begleitung seines Sohnes. Das Auto: rustikal, Pick up, Benziner, kein Allrad. Aber irgendwie passend. Wir müssen noch viel basteln. Zur Werkstatt wollen wir auch, wegen der Zulassung. Nach Telefonaten mit dem hiesigen ADAC und diversen Werkstätten sieht es nun so aus, dass wir erst am Dienstag einen termin bekommen, weil am Montag ein Feiertag ist. So lange im Einzimmer-Hostel???
Da bietet James, ganz die australischen Clischees erfüllend an, wir könnten in seiner Wohnung wohnen, er zieht zu seinem Sohn.
Jetzt sitzen wir also im super Appartementhaus mit Swimmingpool Fernseher DVD und allen Schikanen und zahlen wesentlich weniger als im Hostel. That´s Australia!!!!!!
Wie´s weiter geht? Bald........


Chris       

Kommentare:

  1. Liebe Chris,
    was ihr da in drei Tagen erlebt, erlebt ein *Studiosus* nicht in vier Wochen!!!

    ♥ Anka

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  2. Hallo Ihr Aushilfs-Aussies :-)
    da kommen bei mir ganz viele alte Erinnerungen hoch, ich Cairns habe ich vor vielen Jahren mal das Tauchen gelernt!!
    Gibt es denn ProDive noch??
    Ach und die Atherton Tablelands - unter dem Curtain Fig bin ich auch schon gestanden... wenn Ihr noch da in der Nähe seid empfehle ich den Lake Eachham, da kann man sich (im Gegensatz zum brühwarmen Meer) wirklich erfrischen!!
    viele liebe Grüsse, Georg

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    1. Hallo Georg, wir haben diesen See auch besucht, da war es aber insgesamt zu kalt zum Baden. Noch ist hier ja fast Winter. Heute genießen wir tropische Regenfälle und nutzen die Zeit, die Wohnmobil- und Camping- Geschäfte abzuklappern. 73 Kai und Chris

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